Sie haben die Wahl

September 22, 2015

Liebe Jülicherinnen und Jülicher,

 

am 27. September entscheiden Sie in der Stichwahl, wer in den nächsten fünf Jahren Ihr Bürgermeister sein soll. Mit dieser Entscheidung stellen Sie die Weichen für Jülichs künftige Entwicklung und für die Arbeit von Verwaltung und Politik.

 

Der Bürgermeister hat eine große Verantwortung. Er ist der Chef des zweitgrößten Arbeitgebers in Jülich mit rund 420 Beschäftigten. Er ist der höchste Repräsentant der Stadt und muss sie angemessen vertreten im Kreise anderer Bürgermeister, beim Landrat, bei der Bezirksregierung und bei der Landesregierung. Er empfängt die Gäste der Stadt und der bedeutenden Einrichtungen, zum Beispiel auch Gäste des Forschungszentrums. Dazu gehören Abgeordnete, Minister, Staatssekretäre und gelegentlich auch der Bundespräsident. Der Bürgermeister muss Reden halten und schriftliche Erklärungen abgeben können. Er muss dabei zu allen Anlässen stilsicher und einfühlsam auftreten können, bei der Karnevalssitzung und auch am Volkstrauertag.

Der Bürgermeister ist erster und wichtigster Ansprechpartner für Investoren und Unternehmer, die nach Jülich kommen wollen. Er muss die Sprache und manchmal auch die Fremdsprache dieser Investoren sprechen. Fühlen sich die Investoren und Unternehmer nicht professionell behandelt und fachlich gut beraten, so kommen sie eben nicht nach Jülich und bauen ihre Unternehmen in anderen Städten und Gemeinden auf, in denen man besser auf sie vorbereitet ist.

 

Unzählige Verwaltungsvorschriften und Regeln der Verwaltungsbetriebswirtschaft muss der Bürgermeister kennen und deren Einhaltung überprüfen können. Er trägt die Verantwortung für Fehler im Verwaltungshandeln und kann nicht selten auch persönlich dafür belangt werden.

Auch in der politischen Arbeit hat der Bürgermeister umfangreiche Aufgaben. Er ist dafür verantwortlich, dass die Beschlüsse des Stadtrates umgesetzt werden. Er ist aber auch dafür verantwortlich, dass diese Ratsbeschlüsse fachlich korrekt vorbereitet werden. Nur ein umfassend informierter Rat kann tragfähige Entscheidungen treffen. Mit Sorgfalt und Akribie muss der Bürgermeister die Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung organisieren.

Die Fähigkeiten eines Bürgermeisters müssen langjährig eingeübt sein. Dazu gehört Erfahrung in möglichst vielen Verwaltungsbereichen und in der Politik. Vom ersten Tag an sind diese Fähigkeiten notwendig. In einer Mittelstadt wie Jülich hat das Stadtoberhaupt keine Zeit zum Üben. Jülich braucht einen Experten, kein Experiment.

 

Ich bitte Sie darum, sorgfältig abzuwägen, wem Sie Ihre Stimme geben. Mit der Wahl des neuen Bürgermeisters senden Sie ein Signal an unsere Nachbarstädte und –gemeinden, an die Unternehmer und Investoren und an die Familien, die nach Jülich kommen wollen.

Bisher habe ich ein umfangreiches Auswahlverfahren durchlaufen.

 

Eine achtköpfige Findungskommission von CDU und SPD wählte mich aus zehn Bewerbern aus und schlug mich als Kandidaten vor. Wohnort und Parteibuch spielten dabei keine Rolle. Die Mitgliederversammlungen von CDU und SPD wählten mich zum gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten beider Parteien. In der CDU traten drei bekannte und profilierte Bewerber gegen mich an. Dennoch erhielt ich eine überzeugende Mehrheit für meine Kandidatur. In meiner Antrittsrede am 13. März 2015 stellte ich schon die wesentlichen Inhalte meines Programms vor.

 

In den vergangenen sechs Monaten führte ich unzählige Gespräche mit Ihnen; in der Stadt und in den Dörfern, bei Festen und an Ihren Haustüren. Sie haben mir viele wertvolle Hinweise gegeben. Für Ihre Offenheit und für die vielen guten Wünsche danke ich Ihnen sehr herzlich. Was wir miteinander besprochen haben, wird meine Arbeit in den nächsten Jahren sehr stark prägen. Ich habe viele schöne Erinnerungen an diese Begegnungen, und ich bin froh, all diese Eindrücke gesammelt zu haben.

Bindung und Heimatgefühl entstehen durch Menschen. Ich bin sehr gerne in Jülich, gerade weil ich hier so viele nette und hilfsbereite Menschen getroffen habe. Und ich wünsche mir, diese Begegnungen noch lange fortsetzen zu können.

 

Bei der Bürgermeisterwahl am 13. September traten sechs Kandidaten an, und die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler sprach mir das Vertrauen aus. Darüber freue ich mich sehr. Denn Ihr Votum ist entscheidend. Ich gehe deshalb mit großer Überzeugung in die Stichwahl. Auf Ihr Urteil ist Verlass, darauf vertraue ich.

Bei Ihrer Wahlentscheidung geht es nicht darum, ob Sie die CDU oder die SPD mögen, denn Sie wählen ja keine Partei. CDU und SPD haben meine Kandidatur unterstützt. Die Parteien bestimmen aber ganz sicher nicht meine Art der Verwaltungsführung und auch nicht die politischen Impulse, die ich setzen möchte. Ich werde nach der Wahl für alle Parteien und Wählergruppen da sein und mit allen gleichermaßen reden. Parteipolitisch werde ich mich neutral verhalten, so wie es nach Recht und Gesetz meine Aufgabe ist. Ich werde Ihnen gut zuhören. Ich werde Sie beteiligen an allen wesentlichen Entscheidungen zum Haushalt, zu Bauprojekten und zur Gestaltung der Kernstadt und der Dörfer. Die Belange der Familien, der Kinder und der Senioren werde ich fest im Blick haben. Ich werde regelmäßig zu Ihnen kommen und Ihre Wünsche und Anregungen im Verwaltungshandeln und in der politischen Diskussion berücksichtigen.

 

Wir müssen große Probleme bewältigen: 

Die hohe Verschuldung der Stadt, der Sanierungsrückstand der öffentlichen Gebäude und Straßen, die menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge. An diesen schwierigen Aufgaben kann man nur Freude haben, wenn man auch Lösungsmöglichkeiten kennt. Denn nur so kann man Zukunft gestalten. Und dafür lohnt sich die Anstrengung. Für die Stadt, für die Menschen und besonders für unsere Kinder.

 

Sie wählen den Bürgermeister und damit auch die Zukunft dieser Stadt. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir den Auftrag geben, Ihre Interessen zu vertreten.

 

Ihr Auftrag ist entscheidend. Sie haben die Wahl.

 

Herzliche Grüße

Frank Peter Ullrich

 

 

 

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